Klimawandel

Der Klimawandel ist im vollem Gang. Das ist in kaum einer anderen Region so deutlich spürbar, wie in der Arktis, denn diese erwärmt sich mehr als doppelt so schnell wie der globale Rest der Erde. Und damit schrumpft auch das Eis.

Vor allem die Gletscher Spitzbergens teilen das Schicksal der Eisströme Grönlands und Nordamerikas: sie verlieren im Sommer mehr Eis als im Winter durch Schneefall hinzukommt. Dieser Eisverlust wird ausgelöst durch steigende Luft- und Wassertemperaturen.

Seit mehr als 20 Jahren messen Forscher des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Marineforschung an ihrer Forschungsstation in Spitzbergen täglich die Lufttemperatur. Die Ergebnisse sind erschreckend: seit dem Jahr 1995 ist die Lufttemperatur in Svalbard im Mittel pro Jahrzehnt um 1,4 Grad Celsius gestiegen. Besonders die Winter sind wärmer geworden: Ihre Durchschnittstemperatur hat im selben Zeitraum sogar um 3,1 Grad Celsisus zugenommen! Auch aus dem Weltraum ist die Erwärmung der Arktis ziemlich deutlich sichtbar. So zeigen beispielsweise Daten der Landsat-Satelliten, dass sich die Pflanzen immer weiter nach Norden ausbreiten.

Wenn das Meereis schrumpft

Neben der Gletscher ist auch beim Meereis ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Dieses ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich dünner geworden- mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit auch durch Beiträge der Menschen zum Klimawandel. Laut AWI-Forscher sei das Volumen des arktischen Meereises, das sich aus der Fläche und der Dicke der Eismassen errechnet, seit Anfang der 1980er Jahre durchschnittlich um mehr als neun Prozent pro Jahrzehnt zurückgegangen.  Generell ist im Sommer der Rückgang am stärksten, denn das Schmelzen beschleunigt sich durch die Absorption  von Sonnenstrahlung in Schmelztümpeln und Rinnen. Man nennt dies in der Fachsprache auch Eis-Albedo-Rückkopplungsprozess. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, so ist in 30 bis 50 Jahren im Spätsommer gar kein Eis mehr in der Arktis. Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass sich das Meereis in den Wintermonaten wieder  neu bilden wird. Denn während der Polarnacht gibt es keinen Wärmeeintrag durch Sonneneinstrahlung, was zur Folge hat, dass neues Eis wachsen kann. Trotzdem: diese Eismassen werden früher im Jahr schmelzen und erst viel später im Herbst wird sich neues Eis bilden. Das führt letztendlich zu geringeren Eismengen.