Spitzbergen

Rauhe, vergletscherte Landschaftsformen, unzählige Berge, Fossilien, arktische Flora und Fauna, sowie russische Siedlungen- all das findet sich auf dem Norwegischen Archipel im Arktischen Ozean. Etwas mehr als 2000 Menschen leben in Longyearbyen, der größten Siedlung auf Spitzbergen. Wo einst Kohle abgebaut wurde, dominiert dort wesentlich der Tourismus aber auch die Forschung.

Spitzbergen oder Svalbard?

Oftmals wird darüber diskutiert, welche Bezeichnung denn nun richtig ist. Spitzbergen ist der Name der Hauptinsel und Svalbard der Name für die gesamte Inselgruppe. Dazu gehören neben Spitsbergen (39 500 km2) Bjørnøa (Bäreninsel), Sjuøyane (Sieben Inseln), Nordaustland, Edgeøya, Barentsøya und Prins Karls Forland.

Svalbard steht unter norwegischer Verwaltung und Gesetzgebung, allerdings haben Bürger aller Signatarstaaten des „Spitzbergen-Vertrages“, welcher 1925 in Kraft trat, freien Zugang und Aufenthaltsrecht. Genau das hat die Stadt Longyearbyen zum Magnet für Einwanderer gemacht und Menschen unterschiedlichster Nationen angelockt, neu anzufangen und etwas auf die Beine zu stellen.

Vom Walfang bis hin zum Kohleabbau und Tourismus

Die Geschichte von Svalbard ist facettenreich. Es war der niederländische Seefahrer Willem Barents, der die Inselgruppe 1596 entdeckt und erforscht hat. Im 17. Jahrhundert war die Insel geprägt von Walfang, was u.a. Grund dafür ist, dass die Population des „Grönlandwals“ noch immer sehr gering ist. Der Grönlandwal wurde auch „the right Whale“ bezeichnet.

Das „größte Labor der Welt“ für die Arktisforschung

Seit 1995 wird in Ny Alesund, im Westen von Spitzbergen täglich die Lufttemperatur gemessen. Hierzu wird ein Wetterballon eingesetzt, welcher im Zwei Sekunden Takt über eine Radiosonde die Werte durchgibt. Gemessen wird der Luftdruck, die Lufttemperatur sowie die Luftfeuchtigkeit. Die Ergebnisse sind erschreckend: in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Lufttemperatur im Sommer im Mittel auf 1,4 Grad gestiegen und im Winter sogar auf 3,1 Grad Celsius. Die Werte sollten zum Nachdenken anregen. Denn die Arktis ist die Wetterküche für Europa. Wenn sich die Arktis erwärmt, hat dies auch unmittelbare Folgen für Nordeuropa.