Autor: AlpArctica
Das Schicksal eines Wassermoleküls
„Es grenzt schon fast an ein Wunder oder gar Zufall, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Wäre der Planet vor drei oder zwei Milliarden Jahren an einer der Sonne abgewandten Seite nicht abgekühlt, dann hätte es mich, ein Wassermolekül, wahrscheinlich niemals gegeben.
Über Jahrmillionen muss ich wohl im antarktischen Schelfeis geschlummert haben. Ich war jedoch nicht alleine. Mein schwerer Sauerstoffkopf wurde über meine zwei leichten Wasserstoffarme mit den zwei nächstliegenden Köpfen meiner Artgenossen eingespannt. Eng war es und ich habe mich ziemlich unbeweglich gefühlt. Vor allem, weil umgekehrt meine beiden Wasserstoffärmchen als Stützen für die Köpfe zweier weiterer Artgenossen dienten. Gemeinsam formten wir hübsche Eisgerüste von unterschiedlichsten Strukturen und kunstvollen Architekturen.
Eisfrei- Abschied vom Vernagtferner
Es überfordert den Menschen, im Sinne einer Zukunft zu handeln, die er nicht mehr erleben wird. (Ilija Trojanow, EisTau)
Ein Glaziologe aus Überzeugung

Ludwig Braun, ehemaliger Leiter der Kommission für Glaziologie hat seine Leidenschaft zum Berufgemacht. 1951 in der Schweiz geboren, studierte er Naturwissenschaften an der ETH Zürich sowie an der University of British Columbia in Vancouver, Kanada. Seine Doktorarbeit verfasste er an der ETH über Schmelzwasserabfluss von Gletschern in den Alpen. 1994 begann er, im Auftrag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften den Vernagtferner zu untersuchen. Noch heute führt er Interessierte in den Sommer-monaten zum Vernagtferner und der Pegelstation Vernagtfach. Im Rahmen eines Praktikums habe ich Ludwig vor acht Jahren kennengelernt und durfte als „Gletschermagd“ bei Messungen am Vernagtferner mithelfen. Von ihm habe ich viel gelernt und es freut mich, über Ludwig und seine Arbeit berichten zu dürfen.
Ostgrönland – Eine Reise zwischen Romantik und Realität
Ich sitze in der kleinen Propellermaschine von Reykjavik auf dem Weg nach Kulusuk, Ostgrönland. Emotionen brodeln in mir. 2011 war ich als Studentin im Rahmen einer geographischen Exkursion in dem Gebiet um Ammassalik, eine dem grönländischen Inlandeis vorgelagerte Insel, unterwegs. Sechs Jahre sind nun vergangen und ich kehre als Tour Guide für einen renommierten Reiseveranstalter nach Tasiilaq, der größte Ort an der stürmischen Ostküste, zurück. Eine stille Sehnsucht hat sich erfüllt.
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